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Mehr über Bierland Berlin

Bis zum 16. Jahrhundert dominierten die Rot- und Braunbiere die deutsche Bierlandschaft, beide aus Gerstenmalz gebraut. In vielen Gegenden war der Weizen als Brotgetreide besonders geschützt, und das Brauen damit mannigfaltig unter Strafe gestellt. Dennoch erfreute sich das „weiße Bier“ zunehmend großer Beliebtheit, wenn es verfügbar war. Wallenstein schrieb beispielsweise 1628 während des Dreißigjährigen Krieges an seinen Feldmarschall: „Dieweil ich das Gerstenbier nicht trinken kann, bitt, der Herr thu die Anordnung, auf dass […] vor mich Weizenbier gebracht werde.“ Am säuerlichen Aroma des Weißbieres lag das aber nicht. Zu dieser Zeit wusste man noch nicht viel von Hefe und der Mikrobiologie, weswegen die Wissenschaft allgemein davon ausgeht, dass seit der Erfindung des Bieres um 7000 v.C. alle Biere eine natürliche Säure enthielten. Denn Brauverfahren und niedriger Alkoholgehalt boten eine breite Angriffsfläche für Bakterien aller Art.

Bekannte Weißbiere des 16. Jahrhunderts kamen z.B. aus Hamburg, Magdeburg, Goslar, Hannover und Lübeck. Berlin und Cölln hatten sich schon bald nach ihrer Gründung zu einer ansehnlichen mittelalterlichen Kleinstadt, seit 1307 mit gemeinsamem Rathaus, entwickelt. Ein wichtiges Exportgut war Getreide. Mönche und Handwerker siedelten sich an, womit schon Ende des 13. Jahrhunderts die Voraussetzungen für die Entwicklung einer eigenen Braukunst gegeben waren. Aus dem Jahr 1648 ist die stolze Zahl von 250 Braustätten überliefert. Ab 1685 kamen die aus Frankreich vertriebenen Hugenotten nach Berlin, die zusätzliche Brauereien gründeten. 1770 waren es 289 Berliner Braustätten, von denen 30 Weißbier brauten. Danach wurde die Zahl der Brauereien wieder kleiner, bis es nach der Reichsgründung 1871 zu einem erneuten, von der zunehmenden Industrialisierung und den französischen Reparationen unterstützten Aufschwung des Brauwesens kam. Berlin wurde zu einer der größten Städte der Welt. 1892 gab es 77 Braustätten (24 Weißbierbrauereien), 1903 dann 124 (20). Und auch der Durst der Berliner nahm beachtliche Ausmaße an. 1730 tranken sie pro Kopf 370 Liter Bier, 1898 206 Liter und 1976 immerhin noch 125 Liter.

Der Stern des Berliner Weißbieres sank aus zwei Gründen: Erstens war seit der Mitte des 19. Jahrhunderts die „bayerische“ – untergärige – Brauweise auf dem Vormarsch. Das neue Bier galt zu Recht als einfacher und billiger herzustellen, sowie qualitativ stabiler. Zweitens war die Berliner Weiße ein typisches Vergnügen des gesetzten Bürgertums der Biedermeierzeit. Der Anteil der Fabrikarbeiter nahm mit der Industrialisierung immer mehr zu, die – nicht zuletzt während der Arbeit – gerne auf leicht verfügbares (untergäriges) Flaschenbier zurückgriffen. Schnell entwickelte sich in der Folge in Berlin eine an die Biere nach bayerischer und pilsener Brauart ausgerichtete Bierkultur, die insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer Monokultur verkam. Ende des letzten Jahrtausends gab es nur noch eine größere Brauerei in der Bundeshauptstadt. Hier setzte erst eine Welle von Gründungen kleinerer Gasthausbrauereien ein (Luisenbräu – heute Lemke am Charlottenburger Schloss, Alexanderbräu – heute Lemke am Alex, Brauhaus Spandau, Schalander, Eschenbräu, Hops & Barley, Brauhaus Südstern, Schloßplatzbrauerei Köpenick, Alte Börse Marzahn, Brauhaus Bohnsdorf, Zukunft am Ostkreuz, Georgbräu), gefolgt von der Ankunft der Craft Beer Idee, die zu weiteren Gründungen führte: Vagabund, Schoppebräu, Flying Turtle, Heldenblut, Schneeeule, Heidenpeters, Spent Collective, Bierfabrik, Berliner Berg, BRLO, Straßenbräu, Stone Brewing Berlin, Brewbaker und mittlerweile viele neue, die Großteiles aus der ebenso stark wachsenden Berliner Hobbybrauerszene erwachsen. Eine Sonderrolle nehmen die Rollberg-Brauerei und Flessa-Bräu ein, die vor allem Fassbier für den Gastronomie-Vertrieb herstellen.

Doch auch die einzige verbliebene „Großbrauerei“ Berlins ist durchaus einen intensiven Blick wert, vor allem auch in die Historie der einzelnen Marken. Die heutige Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei entwickelte sich aus zahlreichen, teils sehr traditionsreichen Berliner Braustätten, die nun alle unter einem Dach vereint sind und zur Radeberger Gruppe (Oetker-Konzern) gehören. Die gemeinsame Braustätte liegt etwas außerhalb in Indira-Gandhi-Straße unweit des Sportforums und bietet regelmäßige Besichtigungen an. Mit einem Ausstoß von 1,5 Millionen hl pro Jahr übertrifft die Brauerei den Ausstoß der Kindl-Brauerei vor dem Ersten Weltkrieg nur um 100.000 hl. Berlin war also schon immer eine große Bierstadt, und ist ja auch aktuell dabei, wieder zur Biermetropole des Landes zu werden. Wir möchten im Folgenden die Geschichte einiger Teilunternehmen kurz skizzieren. Deren Image ist teils noch tief in der Seele der Hauptstädter verankert, für die es teilweise undenkbar ist, dass Biermarken, die die Berliner über Jahrzehnte in verschiedene Fangruppen gespalten haben, nun zu ein und derselben Brauerei gehören.

Schultheiss-Brauerei AG

Die Geschichte des Unternehmens beginnt 1842 mit dem Apotheker Heinrich Prell, der zu in diesem Jahr die Braustätte Nummer 36 in der aufstrebenden Metropole errichtete. Zu der Brauerei in der Jakobstraße 26 gehörte auch ein Bierkeller auf dem Gelände der heutigen Kulturbrauerei an der Schönhauser Allee. Der war nötig, weil in der Jakobstraße der Grundwasserspiegel zu hoch lag, um das gebraute Bier vor Ort lagern zu können. Also rollten regelmäßig große Fuhrfässer auf den Keller. Die Brauerei hatte sofort großen Erfolg und erreichte schon im Gründungsjahr einen Ausstoß von 1.500 hl Bier. Nach dem Tod von Prell kaufte Jobst Schultheiss, Inhaber eines Putzgeschäftes in der Brüderstraße, die Brauerei nebst Gasthaus und Bierkeller. Damit war der Name Schultheiss in der Berliner Bierszene angekommen, der sie bis heute prägen sollte.

Von 1860 ist ein Ausstoß von 10.000 hl überliefert, was etwa einem Siebtel der Gesamtproduktion der damals 41 Brauereien entsprach. Schultheiss verkaufte den Betrieb nach elf Jahren, der Name blieb, und das Unternehmen verzeichnete weiterhin einen großen Aufschwung. 1871 wurde es zur Aktiengesellschaft mit einem Stammkapital von 1,5 Millionen Mark, 1904 war ein Ausstoß von 1.000.000 hl überschritten, und die Brauerei verfügte über eine absolut topaktuelle technische Ausstattung. Schultheiss zählte zu den 300 größten Firmen Deutschlands, hatte an die 2.000 Beschäftigte, vier Brauereien, vier Mälzereien, 43 Bierlager und 19 eigene Ausschanklokale. Auch der Fuhrpark war beachtlich: 537 Pferde, 533 Wagen, 65 Transportwaggons für die Eisenbahn. Die Aktionäre freuten sich über 14% Dividende!

Beide Weltkriege brachten erhebliche Umsatz- und Absatzmarkteinbußen, der Zweite Weltkrieg zusätzlich noch den Verlust der Braustätten, teils wegen der Bombenschäden, teils wegen der Lage in der sowjetischen Besatzungszone. Trotzdem konnte die Brauerei erfolgreich in West-Berlin neu beginnen und erreichte 1989 wieder mehr als eine Million hl Ausstoß. Zwischenzeitlich war 1972 durch den Zusammenschluss mit der Dortmunder Union-Brauerei die spätere Brau und Brunnen AG entstanden, lange Zeit der größte deutsche Getränkekonzern. Nach der Wende kaufte Schultheiss einige alte Braustätten zurück und erwarb zusätzliche Brauereien in der ehemaligen DDR, vor allem wegen deren Markenrechte. In den späteren 1990er Jahren stand dann eher das Thema Konsolidierung an, die Zahl der Mitarbeiter wurde deutlich reduziert, viele Braustätten geschlossen und die Zentrale von Kreuzberg nach Weißensee an ihren heutigen Standort verlagert. 2004 kaufte der Oetker-Konzern die Anteile der Brau und Brunnen AG auf und gliederte Schultheiss in die Radeberger Gruppe ein.

Berliner Kindl

Die Berliner Kindl Brauerei erblickte am 1. Februar 1872 als „Vereins-Brauerei Berliner Gastwirthe zu Berlin Aktiengesellschaft“ das Licht der Welt. Als Zweck steht im Geschäftsvertrag, „die den Herren Joseph Link, Philipp Jaeger und Konsorten gehörigen, in Böhmisch-Rixdorf gelegenen Grundstücke zu erwerben, auf diesen Grundstücken eine Bairisch-Bier-Brauerei zu erbauen und solche mit den damit verbundenen Nebengeschäften zu betreiben.“ Dank des hohen Grundkapitals von einer Million Talern konnte innerhalb eines Jahres eine komplette moderne Großbrauerei errichtet werden, die am 1. März 1873 ihren Betrieb aufnahm und am 19. Juli 1873 mit dem Beginn des Ausschanks stolz ihre Eröffnung feiern konnte. Die ersten Schwierigkeiten der überhastet gestarteten Produktion konnten durch die Währungsumstellung aufgefangen werden. Ein Taler war nominell drei Mark wert, das Aktienkapital wurde trotzdem nur auf eine Million Mark umgestellt und mit den verbleibenden zwei Millionen Mark zur Schuldentilgung eingesetzt. Im Mai 1891 schließlich wütete ein Großfeuer in der Brauerei, nach dem die Anlagen komplett neu wieder aufgebaut werden mussten. Dabei konnten die Besitzer auf die neuesten Technologien umrüsten, und starteten mit dem seit 1890 gebrauten Bier Pilsner Art nochmal richtig durch. Von 1894 bis 1897 konnten sie den Absatz um 70% steigern.

Mit dem Ankauf der Potsdamer Brauerei Adelung & Hoffmann kam zu dem bereits in ganz Berlin bekannten „Berliner Kindl“ eine zweite Sorte mit hohem Bekanntheitsgrad in das Unternehmen, das „Potsdamer Stangenbier“. Um 1900 erreichte die Brauerei über 200.000 hl Ausstoß, erweiterte ihre Produktionsanlagen und konzentrierte sich ab 1909 auf die Sorte Berliner Kindl mit 13% Stammwürze, die ein Jahr später auch zur Namensgeberin für das Gesamtunternehmen werden sollte. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg war der Ausstoß auf 300.000 hl gewachsen. Nach dem Krieg begann nochmals eine Kindl-Blütezeit, viele andere Brauereien wurden übernommen, 1930 baute Kindl sein neues Sudhaus, das damals als „schönstes Sudhaus Europas“ galt, vor dem Zweiten Weltkrieg war der Ausstoß bei mehr als einer Million hl angekommen. Im Zweiten Weltkrieg zerstörten Bomben das als „Nationalsozialistischer Musterbetrieb“ ausgezeichnete Unternehmen schwer, trotzdem konnte noch im Juli 1944 die Produktion wieder aufgenommen werden.

Nach Kriegsende und dem Verlust von großen Teilen der Brauanlagen, die als Reparationsleistung nach Moskau abtransportiert wurden, konnte mithilfe der Berliner Bürgerbräu ab 1947 wieder Bier fließen. In den 1950er Jahren kaufte der Oetker-Konzern die Aktienmehrheit, 1972 war die magische Million hl wieder erreicht und 1988 übernahm die Frankfurter Binding-Gruppe die Mehrheitsbeteiligung an der Brauerei. 2002 wurde diese in Radeberger Gruppe umbenannt und ist die größte Brauereigruppe in Deutschland. Unter dem alten, unter Denkmalschutz stehenden Brauhaus in Neukölln steht mittlerweile der Sudkessel der Rollbergbrauerei.

Berliner Pilsner Brauerei

Der Sitz der ehemaligen Berliner Pilsner Brauerei ist der heutige Standort von Schultheiss in Weißensee. Die Gründung datiert in das Jahr 1902, als die Herren Gabriel & Richter eine Hausbrauerei mit Gartenlokal gründeten, die aber schon 1920 zur Kindl Brauerei kam. Aus den Jahren 1937/8 ist ein Ausstoß von 850.000 hl überliefert, die Brauerei hatte also fast die Größe ihrer Mutter erreicht. Nach dem Krieg enteignete die russische Besatzungsmacht den Kindl-Teilbetrieb und errichtete wieder ein eigenständiges Unternehmen, das spezielle Biere für die Alliierten brauen musste, unter anderem ein leichtes Bier für die Russen und ein Porter für die Engländer und Amerikaner. 1963 erreichte das Berliner Pilsener als erstes Ost-Berliner Bier Exportqualität, 1975 erhielt das Bier die Goldmedaille auf der Leipziger Messe und konnte als erstes DDR-Bier auch in den Westen exportiert werden, unter dem neuen Label „VEB Getränke Kombinat Berlin“. Nach der Wende kam die Brauerei über die Brau und Brunnen AG wieder zurück zu Kindl, setzt heute eher auf das Szene-Publikum und ist heute Sitz der Schultheiss-Zentrale.

Weitere Brauereien

Zur traditionsreichen Berliner Brauerei-Geschichte gehören noch viele Namen, deren ursprüngliche Braustätten allerdings mittlerweile entweder geschlossen oder von der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei übernommen worden sind:

Berliner Bürgerbräu

Auf dem Gelände in der Nähe des Müggelsees wurde vermutlich schon im 18. Jahrhundert gebraut, die erste moderne Brauerei entstand 1869. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg betrug der Ausstoß der mittlerweile genossenschaftlich organisierten Brauerei immerhin über 140.000 hl, 1935 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft mit dem Namen Berliner Bürgerbräu AG. Zu DDR-Zeiten ging das Unternehmen im Berliner Getränkekombinat auf und 1992 von der bayerischen Hofmark-Brauerei aus Cham gekauft. Nach zwischenzeitlich sehr erfolgreichen Zeiten waren es schließlich die immer höher gewordenen Fixkosten, die 2010 zum Verkauf an die Radeberger Gruppe führten. Heute ist das direkt an der Spree gelegene Brauereigebäude leider dem Verfall preisgegeben, die Brauereigaststätte, das Restaurant Weiße Villa und ein Biergarten werden allerdings noch betrieben.

Bärenquell

1888 beschloss der erfolgreiche Kohlenhändler Max Meinert, auf das ertragreichere Braugeschäft umzusatteln und gründete die „Borussia-Brauerei Nieder-Schöneweide“. Nach einer weiteren Besitzerfamilie kaufte die Schultheiss-Brauerei das Unternehmen im September 1898. Nach dem Zweiten Weltkrieg belebten die Planwirtschaftler der DDR das Unternehmen als „VEB Schultheiss-Brauerei“ wieder. Entweder 1949 oder 1959 erfolgte die Umbenennung in „VEB Brauerei Bärenquell“. Hier gibt es unterschiedliche Angaben. Die Wende brachte auch hier die Privatisierung und schließlich den Verkauf an die Frankfurter Henninger-Bräu AG. Nachdem ein Bauantrag der Henninger 1993 aus Denkmalschutzgründen abgelehnt worden war, entschied man sich zur Schließung der Braustätte zum 1. April 1994. Das Bier wurde erst weiter in Kassel produziert, später die Namensrechte an die Oettinger Brauerei verkauft, die in Pritzwalk bis 2008 weiter Bärenquell-Bier herstellen ließ.

Engelhardt

Der Ursprung dieser Traditionsbrauerei liegt in der Berliner Chausseestraße, wo in den 1860er Jahren eine obergärige Brauerei entstand. 1885 erwarben der Kaufmann Ernst Engelhardt und der Braumeister Rudolph Frömchen das Unternehmen. 1995 verkaufte Engelhardt die Brauerei wieder, sein Name aber blieb. Es folgten zahlreiche Zukäufe und Standorterweiterungen, 1905 übernahm die Firma als erste deutsche Brauerei das Pasteurisationsverfahren (für ihr Malzbier). Engelhardt wuchs auch vor, während und zwischen den Kriegen weiter und umfasste 1945 neben einem Dutzend Brauereibeteiligungen 16 eigenen Betriebsstätten im gesamten östlichen Reichsgebiet. Übrig blieb dann im Westen lediglich die zerbombte Produktionsstätte in der Charlottenburger Danckelmannstraße. 1982 übernahm das wiedererstarkte Unternehmen die Hochschul-Brauerei im Wedding, kam allerdings dann zur Brau und Brunnen AG und damit zur Schulheiss-Brauerei. Der östliche Teil der Engelhardt-Brauerei hieß „VEB Engelhardt“ und war die produktionsstärkste Brauerei und zweitgrößter Arbeitgeber Ost-Berlins. Der Betrieb entwickelte das erste alkoholfreie Bier, das von Braumeister Ulrich Wappler entwickelt und 1972 auf der Leipziger Messe vorgestellt wurde. Die Produktion endete 1990, zwei Jahre später ging das Unternehmen in der Brau und Brunnen AG auf.

Bis zum 16. Jahrhundert dominierten die Rot- und Braunbiere die deutsche Bierlandschaft, beide aus Gerstenmalz gebraut. In vielen Gegenden war der Weizen als Brotgetreide besonders geschützt, und... mehr erfahren »
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Mehr über Bierland Berlin

Bis zum 16. Jahrhundert dominierten die Rot- und Braunbiere die deutsche Bierlandschaft, beide aus Gerstenmalz gebraut. In vielen Gegenden war der Weizen als Brotgetreide besonders geschützt, und das Brauen damit mannigfaltig unter Strafe gestellt. Dennoch erfreute sich das „weiße Bier“ zunehmend großer Beliebtheit, wenn es verfügbar war. Wallenstein schrieb beispielsweise 1628 während des Dreißigjährigen Krieges an seinen Feldmarschall: „Dieweil ich das Gerstenbier nicht trinken kann, bitt, der Herr thu die Anordnung, auf dass […] vor mich Weizenbier gebracht werde.“ Am säuerlichen Aroma des Weißbieres lag das aber nicht. Zu dieser Zeit wusste man noch nicht viel von Hefe und der Mikrobiologie, weswegen die Wissenschaft allgemein davon ausgeht, dass seit der Erfindung des Bieres um 7000 v.C. alle Biere eine natürliche Säure enthielten. Denn Brauverfahren und niedriger Alkoholgehalt boten eine breite Angriffsfläche für Bakterien aller Art.

Bekannte Weißbiere des 16. Jahrhunderts kamen z.B. aus Hamburg, Magdeburg, Goslar, Hannover und Lübeck. Berlin und Cölln hatten sich schon bald nach ihrer Gründung zu einer ansehnlichen mittelalterlichen Kleinstadt, seit 1307 mit gemeinsamem Rathaus, entwickelt. Ein wichtiges Exportgut war Getreide. Mönche und Handwerker siedelten sich an, womit schon Ende des 13. Jahrhunderts die Voraussetzungen für die Entwicklung einer eigenen Braukunst gegeben waren. Aus dem Jahr 1648 ist die stolze Zahl von 250 Braustätten überliefert. Ab 1685 kamen die aus Frankreich vertriebenen Hugenotten nach Berlin, die zusätzliche Brauereien gründeten. 1770 waren es 289 Berliner Braustätten, von denen 30 Weißbier brauten. Danach wurde die Zahl der Brauereien wieder kleiner, bis es nach der Reichsgründung 1871 zu einem erneuten, von der zunehmenden Industrialisierung und den französischen Reparationen unterstützten Aufschwung des Brauwesens kam. Berlin wurde zu einer der größten Städte der Welt. 1892 gab es 77 Braustätten (24 Weißbierbrauereien), 1903 dann 124 (20). Und auch der Durst der Berliner nahm beachtliche Ausmaße an. 1730 tranken sie pro Kopf 370 Liter Bier, 1898 206 Liter und 1976 immerhin noch 125 Liter.

Der Stern des Berliner Weißbieres sank aus zwei Gründen: Erstens war seit der Mitte des 19. Jahrhunderts die „bayerische“ – untergärige – Brauweise auf dem Vormarsch. Das neue Bier galt zu Recht als einfacher und billiger herzustellen, sowie qualitativ stabiler. Zweitens war die Berliner Weiße ein typisches Vergnügen des gesetzten Bürgertums der Biedermeierzeit. Der Anteil der Fabrikarbeiter nahm mit der Industrialisierung immer mehr zu, die – nicht zuletzt während der Arbeit – gerne auf leicht verfügbares (untergäriges) Flaschenbier zurückgriffen. Schnell entwickelte sich in der Folge in Berlin eine an die Biere nach bayerischer und pilsener Brauart ausgerichtete Bierkultur, die insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer Monokultur verkam. Ende des letzten Jahrtausends gab es nur noch eine größere Brauerei in der Bundeshauptstadt. Hier setzte erst eine Welle von Gründungen kleinerer Gasthausbrauereien ein (Luisenbräu – heute Lemke am Charlottenburger Schloss, Alexanderbräu – heute Lemke am Alex, Brauhaus Spandau, Schalander, Eschenbräu, Hops & Barley, Brauhaus Südstern, Schloßplatzbrauerei Köpenick, Alte Börse Marzahn, Brauhaus Bohnsdorf, Zukunft am Ostkreuz, Georgbräu), gefolgt von der Ankunft der Craft Beer Idee, die zu weiteren Gründungen führte: Vagabund, Schoppebräu, Flying Turtle, Heldenblut, Schneeeule, Heidenpeters, Spent Collective, Bierfabrik, Berliner Berg, BRLO, Straßenbräu, Stone Brewing Berlin, Brewbaker und mittlerweile viele neue, die Großteiles aus der ebenso stark wachsenden Berliner Hobbybrauerszene erwachsen. Eine Sonderrolle nehmen die Rollberg-Brauerei und Flessa-Bräu ein, die vor allem Fassbier für den Gastronomie-Vertrieb herstellen.

Doch auch die einzige verbliebene „Großbrauerei“ Berlins ist durchaus einen intensiven Blick wert, vor allem auch in die Historie der einzelnen Marken. Die heutige Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei entwickelte sich aus zahlreichen, teils sehr traditionsreichen Berliner Braustätten, die nun alle unter einem Dach vereint sind und zur Radeberger Gruppe (Oetker-Konzern) gehören. Die gemeinsame Braustätte liegt etwas außerhalb in Indira-Gandhi-Straße unweit des Sportforums und bietet regelmäßige Besichtigungen an. Mit einem Ausstoß von 1,5 Millionen hl pro Jahr übertrifft die Brauerei den Ausstoß der Kindl-Brauerei vor dem Ersten Weltkrieg nur um 100.000 hl. Berlin war also schon immer eine große Bierstadt, und ist ja auch aktuell dabei, wieder zur Biermetropole des Landes zu werden. Wir möchten im Folgenden die Geschichte einiger Teilunternehmen kurz skizzieren. Deren Image ist teils noch tief in der Seele der Hauptstädter verankert, für die es teilweise undenkbar ist, dass Biermarken, die die Berliner über Jahrzehnte in verschiedene Fangruppen gespalten haben, nun zu ein und derselben Brauerei gehören.

Schultheiss-Brauerei AG

Die Geschichte des Unternehmens beginnt 1842 mit dem Apotheker Heinrich Prell, der zu in diesem Jahr die Braustätte Nummer 36 in der aufstrebenden Metropole errichtete. Zu der Brauerei in der Jakobstraße 26 gehörte auch ein Bierkeller auf dem Gelände der heutigen Kulturbrauerei an der Schönhauser Allee. Der war nötig, weil in der Jakobstraße der Grundwasserspiegel zu hoch lag, um das gebraute Bier vor Ort lagern zu können. Also rollten regelmäßig große Fuhrfässer auf den Keller. Die Brauerei hatte sofort großen Erfolg und erreichte schon im Gründungsjahr einen Ausstoß von 1.500 hl Bier. Nach dem Tod von Prell kaufte Jobst Schultheiss, Inhaber eines Putzgeschäftes in der Brüderstraße, die Brauerei nebst Gasthaus und Bierkeller. Damit war der Name Schultheiss in der Berliner Bierszene angekommen, der sie bis heute prägen sollte.

Von 1860 ist ein Ausstoß von 10.000 hl überliefert, was etwa einem Siebtel der Gesamtproduktion der damals 41 Brauereien entsprach. Schultheiss verkaufte den Betrieb nach elf Jahren, der Name blieb, und das Unternehmen verzeichnete weiterhin einen großen Aufschwung. 1871 wurde es zur Aktiengesellschaft mit einem Stammkapital von 1,5 Millionen Mark, 1904 war ein Ausstoß von 1.000.000 hl überschritten, und die Brauerei verfügte über eine absolut topaktuelle technische Ausstattung. Schultheiss zählte zu den 300 größten Firmen Deutschlands, hatte an die 2.000 Beschäftigte, vier Brauereien, vier Mälzereien, 43 Bierlager und 19 eigene Ausschanklokale. Auch der Fuhrpark war beachtlich: 537 Pferde, 533 Wagen, 65 Transportwaggons für die Eisenbahn. Die Aktionäre freuten sich über 14% Dividende!

Beide Weltkriege brachten erhebliche Umsatz- und Absatzmarkteinbußen, der Zweite Weltkrieg zusätzlich noch den Verlust der Braustätten, teils wegen der Bombenschäden, teils wegen der Lage in der sowjetischen Besatzungszone. Trotzdem konnte die Brauerei erfolgreich in West-Berlin neu beginnen und erreichte 1989 wieder mehr als eine Million hl Ausstoß. Zwischenzeitlich war 1972 durch den Zusammenschluss mit der Dortmunder Union-Brauerei die spätere Brau und Brunnen AG entstanden, lange Zeit der größte deutsche Getränkekonzern. Nach der Wende kaufte Schultheiss einige alte Braustätten zurück und erwarb zusätzliche Brauereien in der ehemaligen DDR, vor allem wegen deren Markenrechte. In den späteren 1990er Jahren stand dann eher das Thema Konsolidierung an, die Zahl der Mitarbeiter wurde deutlich reduziert, viele Braustätten geschlossen und die Zentrale von Kreuzberg nach Weißensee an ihren heutigen Standort verlagert. 2004 kaufte der Oetker-Konzern die Anteile der Brau und Brunnen AG auf und gliederte Schultheiss in die Radeberger Gruppe ein.

Berliner Kindl

Die Berliner Kindl Brauerei erblickte am 1. Februar 1872 als „Vereins-Brauerei Berliner Gastwirthe zu Berlin Aktiengesellschaft“ das Licht der Welt. Als Zweck steht im Geschäftsvertrag, „die den Herren Joseph Link, Philipp Jaeger und Konsorten gehörigen, in Böhmisch-Rixdorf gelegenen Grundstücke zu erwerben, auf diesen Grundstücken eine Bairisch-Bier-Brauerei zu erbauen und solche mit den damit verbundenen Nebengeschäften zu betreiben.“ Dank des hohen Grundkapitals von einer Million Talern konnte innerhalb eines Jahres eine komplette moderne Großbrauerei errichtet werden, die am 1. März 1873 ihren Betrieb aufnahm und am 19. Juli 1873 mit dem Beginn des Ausschanks stolz ihre Eröffnung feiern konnte. Die ersten Schwierigkeiten der überhastet gestarteten Produktion konnten durch die Währungsumstellung aufgefangen werden. Ein Taler war nominell drei Mark wert, das Aktienkapital wurde trotzdem nur auf eine Million Mark umgestellt und mit den verbleibenden zwei Millionen Mark zur Schuldentilgung eingesetzt. Im Mai 1891 schließlich wütete ein Großfeuer in der Brauerei, nach dem die Anlagen komplett neu wieder aufgebaut werden mussten. Dabei konnten die Besitzer auf die neuesten Technologien umrüsten, und starteten mit dem seit 1890 gebrauten Bier Pilsner Art nochmal richtig durch. Von 1894 bis 1897 konnten sie den Absatz um 70% steigern.

Mit dem Ankauf der Potsdamer Brauerei Adelung & Hoffmann kam zu dem bereits in ganz Berlin bekannten „Berliner Kindl“ eine zweite Sorte mit hohem Bekanntheitsgrad in das Unternehmen, das „Potsdamer Stangenbier“. Um 1900 erreichte die Brauerei über 200.000 hl Ausstoß, erweiterte ihre Produktionsanlagen und konzentrierte sich ab 1909 auf die Sorte Berliner Kindl mit 13% Stammwürze, die ein Jahr später auch zur Namensgeberin für das Gesamtunternehmen werden sollte. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg war der Ausstoß auf 300.000 hl gewachsen. Nach dem Krieg begann nochmals eine Kindl-Blütezeit, viele andere Brauereien wurden übernommen, 1930 baute Kindl sein neues Sudhaus, das damals als „schönstes Sudhaus Europas“ galt, vor dem Zweiten Weltkrieg war der Ausstoß bei mehr als einer Million hl angekommen. Im Zweiten Weltkrieg zerstörten Bomben das als „Nationalsozialistischer Musterbetrieb“ ausgezeichnete Unternehmen schwer, trotzdem konnte noch im Juli 1944 die Produktion wieder aufgenommen werden.

Nach Kriegsende und dem Verlust von großen Teilen der Brauanlagen, die als Reparationsleistung nach Moskau abtransportiert wurden, konnte mithilfe der Berliner Bürgerbräu ab 1947 wieder Bier fließen. In den 1950er Jahren kaufte der Oetker-Konzern die Aktienmehrheit, 1972 war die magische Million hl wieder erreicht und 1988 übernahm die Frankfurter Binding-Gruppe die Mehrheitsbeteiligung an der Brauerei. 2002 wurde diese in Radeberger Gruppe umbenannt und ist die größte Brauereigruppe in Deutschland. Unter dem alten, unter Denkmalschutz stehenden Brauhaus in Neukölln steht mittlerweile der Sudkessel der Rollbergbrauerei.

Berliner Pilsner Brauerei

Der Sitz der ehemaligen Berliner Pilsner Brauerei ist der heutige Standort von Schultheiss in Weißensee. Die Gründung datiert in das Jahr 1902, als die Herren Gabriel & Richter eine Hausbrauerei mit Gartenlokal gründeten, die aber schon 1920 zur Kindl Brauerei kam. Aus den Jahren 1937/8 ist ein Ausstoß von 850.000 hl überliefert, die Brauerei hatte also fast die Größe ihrer Mutter erreicht. Nach dem Krieg enteignete die russische Besatzungsmacht den Kindl-Teilbetrieb und errichtete wieder ein eigenständiges Unternehmen, das spezielle Biere für die Alliierten brauen musste, unter anderem ein leichtes Bier für die Russen und ein Porter für die Engländer und Amerikaner. 1963 erreichte das Berliner Pilsener als erstes Ost-Berliner Bier Exportqualität, 1975 erhielt das Bier die Goldmedaille auf der Leipziger Messe und konnte als erstes DDR-Bier auch in den Westen exportiert werden, unter dem neuen Label „VEB Getränke Kombinat Berlin“. Nach der Wende kam die Brauerei über die Brau und Brunnen AG wieder zurück zu Kindl, setzt heute eher auf das Szene-Publikum und ist heute Sitz der Schultheiss-Zentrale.

Weitere Brauereien

Zur traditionsreichen Berliner Brauerei-Geschichte gehören noch viele Namen, deren ursprüngliche Braustätten allerdings mittlerweile entweder geschlossen oder von der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei übernommen worden sind:

Berliner Bürgerbräu

Auf dem Gelände in der Nähe des Müggelsees wurde vermutlich schon im 18. Jahrhundert gebraut, die erste moderne Brauerei entstand 1869. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg betrug der Ausstoß der mittlerweile genossenschaftlich organisierten Brauerei immerhin über 140.000 hl, 1935 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft mit dem Namen Berliner Bürgerbräu AG. Zu DDR-Zeiten ging das Unternehmen im Berliner Getränkekombinat auf und 1992 von der bayerischen Hofmark-Brauerei aus Cham gekauft. Nach zwischenzeitlich sehr erfolgreichen Zeiten waren es schließlich die immer höher gewordenen Fixkosten, die 2010 zum Verkauf an die Radeberger Gruppe führten. Heute ist das direkt an der Spree gelegene Brauereigebäude leider dem Verfall preisgegeben, die Brauereigaststätte, das Restaurant Weiße Villa und ein Biergarten werden allerdings noch betrieben.

Bärenquell

1888 beschloss der erfolgreiche Kohlenhändler Max Meinert, auf das ertragreichere Braugeschäft umzusatteln und gründete die „Borussia-Brauerei Nieder-Schöneweide“. Nach einer weiteren Besitzerfamilie kaufte die Schultheiss-Brauerei das Unternehmen im September 1898. Nach dem Zweiten Weltkrieg belebten die Planwirtschaftler der DDR das Unternehmen als „VEB Schultheiss-Brauerei“ wieder. Entweder 1949 oder 1959 erfolgte die Umbenennung in „VEB Brauerei Bärenquell“. Hier gibt es unterschiedliche Angaben. Die Wende brachte auch hier die Privatisierung und schließlich den Verkauf an die Frankfurter Henninger-Bräu AG. Nachdem ein Bauantrag der Henninger 1993 aus Denkmalschutzgründen abgelehnt worden war, entschied man sich zur Schließung der Braustätte zum 1. April 1994. Das Bier wurde erst weiter in Kassel produziert, später die Namensrechte an die Oettinger Brauerei verkauft, die in Pritzwalk bis 2008 weiter Bärenquell-Bier herstellen ließ.

Engelhardt

Der Ursprung dieser Traditionsbrauerei liegt in der Berliner Chausseestraße, wo in den 1860er Jahren eine obergärige Brauerei entstand. 1885 erwarben der Kaufmann Ernst Engelhardt und der Braumeister Rudolph Frömchen das Unternehmen. 1995 verkaufte Engelhardt die Brauerei wieder, sein Name aber blieb. Es folgten zahlreiche Zukäufe und Standorterweiterungen, 1905 übernahm die Firma als erste deutsche Brauerei das Pasteurisationsverfahren (für ihr Malzbier). Engelhardt wuchs auch vor, während und zwischen den Kriegen weiter und umfasste 1945 neben einem Dutzend Brauereibeteiligungen 16 eigenen Betriebsstätten im gesamten östlichen Reichsgebiet. Übrig blieb dann im Westen lediglich die zerbombte Produktionsstätte in der Charlottenburger Danckelmannstraße. 1982 übernahm das wiedererstarkte Unternehmen die Hochschul-Brauerei im Wedding, kam allerdings dann zur Brau und Brunnen AG und damit zur Schulheiss-Brauerei. Der östliche Teil der Engelhardt-Brauerei hieß „VEB Engelhardt“ und war die produktionsstärkste Brauerei und zweitgrößter Arbeitgeber Ost-Berlins. Der Betrieb entwickelte das erste alkoholfreie Bier, das von Braumeister Ulrich Wappler entwickelt und 1972 auf der Leipziger Messe vorgestellt wurde. Die Produktion endete 1990, zwei Jahre später ging das Unternehmen in der Brau und Brunnen AG auf.

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