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Tilmans Biere - Brown Ale
Tilmans Biere - Brown Ale
Ein Brown Ale aus Oberbayern mit 5,8% Alkohol. Amerikanische Hopfensorten verwöhnen ihren Gaumen und nicht umsonst...
Inhalt: 0.33 l
Alkoholg.: 5,8%
Stil: Brown Ale
2,49 € *
zzgl. 0,08 € Mehrwegpfand

(7,55 € * / 1 Liter)

Mehr über Brown Ale

Die Entstehung des Brown Ale wird oft in die Zeit vor dem Beginn des 18. Jahrhunderts datiert. Schließlich seien ab diesem Zeitpunkt die Porters und Pale Ales entstanden, und auch das Raucharoma aus den Bieren verschwunden. Eine These, die es zu überprüfen gilt. Und auch die Zeit zwischen der Ersterwähnung von Ale in einem Erlass von 688 nach Christus bis zum Ende des 17. Jahrhunderts ist lang. Also lohnt ein Blick in die Entwicklung des englischen Bieres in dieser Zeit, um zu sehen, wann sich ein erstes „Brown Ale“ datieren lässt. Bis zum 14. Jahrhundert bestanden die Biere auf der Insel in der Regel aus Weizen, Gerste und Hafer, teils vermälzt, teils nicht. Schon Caesar hatte einst Britannien als Kornkammer erobert, und so nimmt es nicht Wunder, dass Weizen oft billiger als Gerste war, deshalb also oft den größten Anteil am Biergetreide hatte.

Die Sude im Mittelalter waren oft nur kurz gekocht, wodurch das Bier eher eine helle Farbe hatte. Für ein dunkleres, braunes Bier brauchte es eine Kochzeit von mehreren Stunden. Das veränderte auch den Geschmack der Biere, weswegen beide Verfahren üblich waren. Doch wie schmeckte ein solches Bier? Wiederum bis zum 14. Jahrhundert gehörte das Brauen zur häuslichen Pflicht der Frauen. In deren Ales fand kaum Hopfen, stattdessen aber eine Kräuter- und Gewürzmischung Verwendung, die je nach Gusto und Geldbeutel verändert wurde. Der Alkoholgehalt dieser Biere lag bei 4% und deutlich mehr, um die Haltbarkeit zu erhöhen.

Nachdem die Gebräue schon ab 12 Stunden nach dem Sieden getrunken wurden, spielte die Haltbarkeit dennoch in diesen Tagen kaum eine Rolle. Ohne Hopfengabe mit teils hoher Restsüße dürfte das Bier im Lager schon nach wenigen Tagen sauer geworden sein. Dies alles hat mit einem „Brown Ale“ heutiger Lesart relativ wenig zu tun. Also müssen wir seine Entstehung zwischen dem Ende des 14. und dem Beginn des 18. Jahrhunderts suchen. Betrachtet man die Malzherstellung in dieser Periode, ist es erstaunlich, dass wohl eher hellere Malze die Biere dominierten. Die Trocknung war in zwei verschiedenen Verfahren möglich: Entweder als „Luftmalz“ in der Sonne, oder – wegen des Wetters wesentlich häufiger – über offenem Feuer. Für letzteres verwendeten die Engländer aber nicht nur Holz, sondern auch Stroh. Letzteres hatten Vorteil, dass es einerseits nicht als Baumaterial für Schiffe und Häuser dienen konnte und andererseits kaum ein Raucharoma ins Bier brachte – und das Malz wurde kaum dunkel. Ein dunkles, rauchiges Bier – so dachte man damals – verursachte Kopfschmerzen und war deshalb auch nur wesentlich billiger zu verkaufen, als ein helles, relativ neutralaromatisches Gebräu.

Neu ins englische Bier kam im 16. Jahrhundert auch der Hopfen. Europäische Einwanderer hatten die Pflanze 1524 mitgebracht, als sie in der Grafschaft Kent siedelten. Durch die Bierwürzpflanze waren die Biere auf einmal bis zu einem Monat haltbar, und die Brauer konnten auch weniger starke Biere brauen. Nun konnten innerhalb der nächsten 100 Jahre die ersten Brauereien entstehen, die Bier nicht mehr nur für den häuslichen Gebrauch, sondern vor allem für den Verkauf in der hauseigenen Gastronomie oder sogar außer Haus herstellten. Deren Biere waren oft eine Mischung aus Suden verschiedenen Alters und verschiedener Farbe, sicher aber bräunlich.

Dennoch dauerte es erstaunlicherweise doch bis 1748, bis ein Brauer in seinen Aufzeichnungen zum ersten Mal den Begriff „Brown Ale“ verwendete. In einem Inventarverzeichnis der Thrale’s Brewery taucht er neben vielen weiteren Bierbezeichnungen auf. Im „London and Country Brewer“ von 1750 vermerkt der Autor, dass man aus derselben Menge Malz mit der ersten Würze Starkbier („Stout“), mit der weiteren ein „Strong Brown Ale“ und mit der schwächsten Würze ein „Common Brown Ale“ herstellen konnte. Also war das Brown Ale grundsätzlich vor allem ein schwächeres Bier als das Stout bzw. Porter, wodurch sich durchaus auch der Farbunterschied erklären lässt.

In der Folge taucht der Begriff „Brown Ale“ immer seltener als bestimmter Bierbegriff auf, sondern wird eher sogar als Synonym für Porterbiere gebraucht. Erst 1927 entsteht mit dem Newcastle Brown Ale, gerne auch beim Spitznamen „Newkie Broon“ genannt, ein echter, eigenständiger „Brown Ale“-Stern am englischen Bierhimmel: Jim Porter, emeritierter Weltkriegscolonel, entwickelte in der Brauerei ein Bier speziell für den aufstrebenden Flaschenbiermarkt. Es sollte den Durst der Arbeiter stillen, dabei aber nicht zu stark und intensiv sein.

Schon 1928 gewann das Bier eine Goldmedaille bei der International Brewers‘ Exposition in London, was heute noch auf den Flaschenetiketten zu sehen ist – und den Bierstil neu begründete. Das „Newkie Broon“ wurde zu einem Nationalgetränk, das bald auch in Dosen verkauft wurde. Seine Beliebtheit, gerade auch in Pubs, brachte ihm einen zweiten Spitznamen ein: „The Dog“. Denn wenn der Engländer abends noch auf ein oder zwei Bier in seinen Pub verschwinden will, erklärt er seiner Frau, er würde „going out to walk the dog.“ Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

Autor: Markus Raupach

Fotograf, Journalist, Bier- und Edelbrandsommelier

Ausgezeichnet mit der Goldenen Bieridee 2015

copyright © Bier-Deluxe GmbH

Die Entstehung des Brown Ale wird oft in die Zeit vor dem Beginn des 18. Jahrhunderts datiert. Schließlich seien ab diesem Zeitpunkt die Porters und Pale Ales entstanden, und auch das Raucharoma... mehr erfahren »
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Mehr über Brown Ale

Die Entstehung des Brown Ale wird oft in die Zeit vor dem Beginn des 18. Jahrhunderts datiert. Schließlich seien ab diesem Zeitpunkt die Porters und Pale Ales entstanden, und auch das Raucharoma aus den Bieren verschwunden. Eine These, die es zu überprüfen gilt. Und auch die Zeit zwischen der Ersterwähnung von Ale in einem Erlass von 688 nach Christus bis zum Ende des 17. Jahrhunderts ist lang. Also lohnt ein Blick in die Entwicklung des englischen Bieres in dieser Zeit, um zu sehen, wann sich ein erstes „Brown Ale“ datieren lässt. Bis zum 14. Jahrhundert bestanden die Biere auf der Insel in der Regel aus Weizen, Gerste und Hafer, teils vermälzt, teils nicht. Schon Caesar hatte einst Britannien als Kornkammer erobert, und so nimmt es nicht Wunder, dass Weizen oft billiger als Gerste war, deshalb also oft den größten Anteil am Biergetreide hatte.

Die Sude im Mittelalter waren oft nur kurz gekocht, wodurch das Bier eher eine helle Farbe hatte. Für ein dunkleres, braunes Bier brauchte es eine Kochzeit von mehreren Stunden. Das veränderte auch den Geschmack der Biere, weswegen beide Verfahren üblich waren. Doch wie schmeckte ein solches Bier? Wiederum bis zum 14. Jahrhundert gehörte das Brauen zur häuslichen Pflicht der Frauen. In deren Ales fand kaum Hopfen, stattdessen aber eine Kräuter- und Gewürzmischung Verwendung, die je nach Gusto und Geldbeutel verändert wurde. Der Alkoholgehalt dieser Biere lag bei 4% und deutlich mehr, um die Haltbarkeit zu erhöhen.

Nachdem die Gebräue schon ab 12 Stunden nach dem Sieden getrunken wurden, spielte die Haltbarkeit dennoch in diesen Tagen kaum eine Rolle. Ohne Hopfengabe mit teils hoher Restsüße dürfte das Bier im Lager schon nach wenigen Tagen sauer geworden sein. Dies alles hat mit einem „Brown Ale“ heutiger Lesart relativ wenig zu tun. Also müssen wir seine Entstehung zwischen dem Ende des 14. und dem Beginn des 18. Jahrhunderts suchen. Betrachtet man die Malzherstellung in dieser Periode, ist es erstaunlich, dass wohl eher hellere Malze die Biere dominierten. Die Trocknung war in zwei verschiedenen Verfahren möglich: Entweder als „Luftmalz“ in der Sonne, oder – wegen des Wetters wesentlich häufiger – über offenem Feuer. Für letzteres verwendeten die Engländer aber nicht nur Holz, sondern auch Stroh. Letzteres hatten Vorteil, dass es einerseits nicht als Baumaterial für Schiffe und Häuser dienen konnte und andererseits kaum ein Raucharoma ins Bier brachte – und das Malz wurde kaum dunkel. Ein dunkles, rauchiges Bier – so dachte man damals – verursachte Kopfschmerzen und war deshalb auch nur wesentlich billiger zu verkaufen, als ein helles, relativ neutralaromatisches Gebräu.

Neu ins englische Bier kam im 16. Jahrhundert auch der Hopfen. Europäische Einwanderer hatten die Pflanze 1524 mitgebracht, als sie in der Grafschaft Kent siedelten. Durch die Bierwürzpflanze waren die Biere auf einmal bis zu einem Monat haltbar, und die Brauer konnten auch weniger starke Biere brauen. Nun konnten innerhalb der nächsten 100 Jahre die ersten Brauereien entstehen, die Bier nicht mehr nur für den häuslichen Gebrauch, sondern vor allem für den Verkauf in der hauseigenen Gastronomie oder sogar außer Haus herstellten. Deren Biere waren oft eine Mischung aus Suden verschiedenen Alters und verschiedener Farbe, sicher aber bräunlich.

Dennoch dauerte es erstaunlicherweise doch bis 1748, bis ein Brauer in seinen Aufzeichnungen zum ersten Mal den Begriff „Brown Ale“ verwendete. In einem Inventarverzeichnis der Thrale’s Brewery taucht er neben vielen weiteren Bierbezeichnungen auf. Im „London and Country Brewer“ von 1750 vermerkt der Autor, dass man aus derselben Menge Malz mit der ersten Würze Starkbier („Stout“), mit der weiteren ein „Strong Brown Ale“ und mit der schwächsten Würze ein „Common Brown Ale“ herstellen konnte. Also war das Brown Ale grundsätzlich vor allem ein schwächeres Bier als das Stout bzw. Porter, wodurch sich durchaus auch der Farbunterschied erklären lässt.

In der Folge taucht der Begriff „Brown Ale“ immer seltener als bestimmter Bierbegriff auf, sondern wird eher sogar als Synonym für Porterbiere gebraucht. Erst 1927 entsteht mit dem Newcastle Brown Ale, gerne auch beim Spitznamen „Newkie Broon“ genannt, ein echter, eigenständiger „Brown Ale“-Stern am englischen Bierhimmel: Jim Porter, emeritierter Weltkriegscolonel, entwickelte in der Brauerei ein Bier speziell für den aufstrebenden Flaschenbiermarkt. Es sollte den Durst der Arbeiter stillen, dabei aber nicht zu stark und intensiv sein.

Schon 1928 gewann das Bier eine Goldmedaille bei der International Brewers‘ Exposition in London, was heute noch auf den Flaschenetiketten zu sehen ist – und den Bierstil neu begründete. Das „Newkie Broon“ wurde zu einem Nationalgetränk, das bald auch in Dosen verkauft wurde. Seine Beliebtheit, gerade auch in Pubs, brachte ihm einen zweiten Spitznamen ein: „The Dog“. Denn wenn der Engländer abends noch auf ein oder zwei Bier in seinen Pub verschwinden will, erklärt er seiner Frau, er würde „going out to walk the dog.“ Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

Autor: Markus Raupach

Fotograf, Journalist, Bier- und Edelbrandsommelier

Ausgezeichnet mit der Goldenen Bieridee 2015

copyright © Bier-Deluxe GmbH

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