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BraufactuM Clan
BraufactuM Clan
Das BraufactuM Clan ist ein hochwertiges Scotch Ale für das nur englischer Aromahopfen verwendet wird. Das Clan Bier...
Inhalt: 0.75 l
13,99 € *
(18,65 € * / 1 Liter)

Die Geschichte des Scotch Ale

Für die meisten ist Schottland heute vor allem für seinen Whisky bekannt. Doch der wurde erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts populär – und ist letzten Endes nichts anderes als destilliertes Bier. Und Bier gab es in Schottland seit Beginn der geschichtlichen Aufzeichnungen. Es ist auch heute noch das beliebteste Getränk. Zwischen Edinburgh und Glasgow wird fünfmal so viel Alkohol in Form von Bier getrunken wie in Form von Spirituosen. Der älteste Nachweis des Brauens in Schottland datiert auf 6500 vor Christus und wurde in Überbleibseln einer Pikten-Siedlung auf der Isle of Rhum gefunden. Also brauten die Pikten und Schotten schon sehr lange vor der Ankunft der Römer im Jahr 43 nach Christus. Die freuten sich über das heimische Gebräu und tranken es gerne.

Im 4. Jahrhundert schließlich führte ein irischer König, Niall of the Nine Hostages, Krieg gegen die schottischen Pikten, unter anderem, um an deren Rezept ihres bekannten Heidekraut-Bieres zu gelangen. Dabei vernichtete er deren Volk fast komplett, ohne aber das Geheimnis lüften zu können. Das Bier jedoch überlebte auf den Orkney-Inseln, wo es bis ins 20. Jahrhundert gebraut wurde. Heute wissen wir, dass die Brauer gereinigte Heidekraut-Blüten auf den Boden des Läuterbottichs vorlegten, wodurch das Bier nach Heideblütenhonig schmeckte und sich größter Beliebtheit erfreute.

Doch zurück zum Scotch Ale. Die ersten größeren Braueren entstanden – wie überall im mittelalterlichen Europa – in den Klöstern und brauten ein klassisches Brown Ale. Auch die heute bekannte Belhaven-Brauerei fußt auf klösterlichen Wurzeln und deckte ihren Wasserbedarf bis 1972 aus zwei Brunnen aus dem 15. Jahrhundert. Für den Hausgebrauch brauten die Frauen im Gegensatz zu den Mönchen ein leichtes Bier aus Gersten- und Hafermalz, gewürzt mit Ingwer, Pfeffer, anderen Gewürzen und Kräutern. Mit dem Beginn des Kolonialhandels fand auch Melasse, ein dunkelbrauner Zuckersirup und Nebenprodukt der Zuckerherstellung aus Zuckerrohr, Verwendung.

Internationale Bekanntheit erlangten schottische Biere erstmals im 16. Jahrhundert. Vor allem gelagerte und besonders starke Scotch Ales gelangten im Zuge der französisch-schottischen Allianz auf den Kontinent. Im Gegenzug stieg auch der Import englischer Biere stark an, bis das Parlament ihn 1625 verbot. Das war ein Problem für die heimische Brauwirtschaft. Denn Schottland war einerseits berühmt für außergewöhnlich gute Starkbiere, andererseits waren die leichteren Biere für den alltäglichen Gebrauch bestenfalls minderer Qualität. Während der Kontinent und England schon lange auf die Verwendung von Hopfen als Biergewürz und Stabilisator gesetzt hatten, wuchs die Hanfpflanze in den schottischen Breiten nicht und musste teuer importiert werden. Schon zwei Jahre später nahm das Parlament das Verbot zurück und setzte lediglich den Verkaufspreis für importiertes Bier deutlich nach oben.

Mit dem Beginn der Industrialisierung Ende des 18. Jahrhunderts stieg auch die Zahl der schottischen Brauereien deutlich an, von weniger als 50 um 1750 auf über 240 um 1820. Als „Bierhauptstädte“ kristallisierten sich Edinburgh (29 Brauereien), Glasgow (27) und Alloa (6) heraus. Sie lagen alle im Süden nahe an den historischen Kornkammern des Landes, wo schon seit dem Mittelalter Getreide vermälzt wurde. Und alle drei verfügten über einen Tiefwasserhafen, was die Teilnahme am ab 1830 stark expandierenden Exportgeschäft ermöglichte. Genauso wie in England gehörte Bier zu den wichtigsten Wirtschaftsgütern für die Handelsschiffe zu den Kolonien des mittlerweile vereinigten Königreiches nach Nordamerika und zu den Westindischen Inseln (Karibik). Und auch die Soldaten der britischen Garnisonen in der ganzen Welt tranken am liebsten schottisches Bier – es war mit etwa 9% Alkoholgehalt damals gut ein Drittel stärker als seine englischen Gegenstücke. Das Starkbier machte um 1830 etwa ein Drittel der schottischen Bierproduktion aus, ca. 10% davon gingen in den Export. 20 Jahre später waren es 50%, die nach Nord-, Mittel- und Südamerika, Indien, Australien, Afrika und sogar nach Deutschland verschifft wurden.

Der Stern des schottischen Bieres begann mit der zunehmenden Popularität des Porters ab dem frühen 19. Jahrhundert zu sinken. Englische Brauer wurden von Brauereien in Edinburgh engagiert, um mit dem weichen Wasser aus dessen Brunnen Porter und Stout zu brauen, wodurch sich diese Bierstile auch in Schottland selbst etablierten. Der Erfolg des von Hodgson begründeten und von den Brauern in Burton professionalisieren India Pale Ale zwangen ihre Kollegen im Norden, nachzuziehen. Also modernisierten sie ihre Mälzereien, die dank eines neuen Designs und der Verwendung von Koks als rauchfreiem Brennstoff nun helleres Malz herstellen konnten. Außerdem importierten sie Hopfen aus Kent und vergoren ihre Biere bei höheren Temperaturen, was ihnen ein intensiveres Aroma verlieh. Doch am wichtigsten war der Grundstoff, der auch in Burton zum Erfolg geführt hatte: Hartes Wasser. Besonders in Edinburg und Alloa gab es Brunnen, die bisher wegen ihres „unbrauchbaren“ Wassers verschmäht worden waren, nun aber den perfekten Rohstoff für India Pale Ales lieferten. Um 1880 exportierten die Schotten mehr India Pale Ale und Export Stout als Scotch Ale.

Das Aufkommen des Lagerbieres und die beiden Weltkriege brachten die schottische Bierwirtschaft in eine lange anhaltende Krise, die erst endete, als die in Schottland stationierten amerikanischen Soldaten Geschmack an den heimischen Bieren fanden. Als Folge davon füllten fast alle schottischen Brauereien in die bei den GIs beliebten und leichter transportierbaren Dosen ab. Nur Belhaven und Maclays hielten an den Glasflaschen fest. Dennoch hielt der Schrumpfungsprozess an, 1991 gab es nur noch sechs Brauereien in Schottland. Die Real Ale Bewegung sorgte allerdings mittlerweile für ein Revival der historischen Bierstile. In den Pubs Schottlands erhalten Sie wieder wie früher 60, 70 und 80 Shilling-Biere. Und natürlich sind inzwischen auch viele neue Craft-Brauereien entstanden, die sich teils auch des Scotch Ale, vor allem mit dem im Mittelalter üblichen Rauchcharakter, annehmen.

Autor: Markus Raupach

Fotograf, Journalist, Bier- und Edelbrandsommelier

Ausgezeichnet mit der Goldenen Bieridee 2015

copyright © Bier-Deluxe GmbH

Für die meisten ist Schottland heute vor allem für seinen Whisky bekannt. Doch der wurde erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts populär – und ist letzten Endes nichts anderes als destilliertes Bier.... mehr erfahren »
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Die Geschichte des Scotch Ale

Für die meisten ist Schottland heute vor allem für seinen Whisky bekannt. Doch der wurde erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts populär – und ist letzten Endes nichts anderes als destilliertes Bier. Und Bier gab es in Schottland seit Beginn der geschichtlichen Aufzeichnungen. Es ist auch heute noch das beliebteste Getränk. Zwischen Edinburgh und Glasgow wird fünfmal so viel Alkohol in Form von Bier getrunken wie in Form von Spirituosen. Der älteste Nachweis des Brauens in Schottland datiert auf 6500 vor Christus und wurde in Überbleibseln einer Pikten-Siedlung auf der Isle of Rhum gefunden. Also brauten die Pikten und Schotten schon sehr lange vor der Ankunft der Römer im Jahr 43 nach Christus. Die freuten sich über das heimische Gebräu und tranken es gerne.

Im 4. Jahrhundert schließlich führte ein irischer König, Niall of the Nine Hostages, Krieg gegen die schottischen Pikten, unter anderem, um an deren Rezept ihres bekannten Heidekraut-Bieres zu gelangen. Dabei vernichtete er deren Volk fast komplett, ohne aber das Geheimnis lüften zu können. Das Bier jedoch überlebte auf den Orkney-Inseln, wo es bis ins 20. Jahrhundert gebraut wurde. Heute wissen wir, dass die Brauer gereinigte Heidekraut-Blüten auf den Boden des Läuterbottichs vorlegten, wodurch das Bier nach Heideblütenhonig schmeckte und sich größter Beliebtheit erfreute.

Doch zurück zum Scotch Ale. Die ersten größeren Braueren entstanden – wie überall im mittelalterlichen Europa – in den Klöstern und brauten ein klassisches Brown Ale. Auch die heute bekannte Belhaven-Brauerei fußt auf klösterlichen Wurzeln und deckte ihren Wasserbedarf bis 1972 aus zwei Brunnen aus dem 15. Jahrhundert. Für den Hausgebrauch brauten die Frauen im Gegensatz zu den Mönchen ein leichtes Bier aus Gersten- und Hafermalz, gewürzt mit Ingwer, Pfeffer, anderen Gewürzen und Kräutern. Mit dem Beginn des Kolonialhandels fand auch Melasse, ein dunkelbrauner Zuckersirup und Nebenprodukt der Zuckerherstellung aus Zuckerrohr, Verwendung.

Internationale Bekanntheit erlangten schottische Biere erstmals im 16. Jahrhundert. Vor allem gelagerte und besonders starke Scotch Ales gelangten im Zuge der französisch-schottischen Allianz auf den Kontinent. Im Gegenzug stieg auch der Import englischer Biere stark an, bis das Parlament ihn 1625 verbot. Das war ein Problem für die heimische Brauwirtschaft. Denn Schottland war einerseits berühmt für außergewöhnlich gute Starkbiere, andererseits waren die leichteren Biere für den alltäglichen Gebrauch bestenfalls minderer Qualität. Während der Kontinent und England schon lange auf die Verwendung von Hopfen als Biergewürz und Stabilisator gesetzt hatten, wuchs die Hanfpflanze in den schottischen Breiten nicht und musste teuer importiert werden. Schon zwei Jahre später nahm das Parlament das Verbot zurück und setzte lediglich den Verkaufspreis für importiertes Bier deutlich nach oben.

Mit dem Beginn der Industrialisierung Ende des 18. Jahrhunderts stieg auch die Zahl der schottischen Brauereien deutlich an, von weniger als 50 um 1750 auf über 240 um 1820. Als „Bierhauptstädte“ kristallisierten sich Edinburgh (29 Brauereien), Glasgow (27) und Alloa (6) heraus. Sie lagen alle im Süden nahe an den historischen Kornkammern des Landes, wo schon seit dem Mittelalter Getreide vermälzt wurde. Und alle drei verfügten über einen Tiefwasserhafen, was die Teilnahme am ab 1830 stark expandierenden Exportgeschäft ermöglichte. Genauso wie in England gehörte Bier zu den wichtigsten Wirtschaftsgütern für die Handelsschiffe zu den Kolonien des mittlerweile vereinigten Königreiches nach Nordamerika und zu den Westindischen Inseln (Karibik). Und auch die Soldaten der britischen Garnisonen in der ganzen Welt tranken am liebsten schottisches Bier – es war mit etwa 9% Alkoholgehalt damals gut ein Drittel stärker als seine englischen Gegenstücke. Das Starkbier machte um 1830 etwa ein Drittel der schottischen Bierproduktion aus, ca. 10% davon gingen in den Export. 20 Jahre später waren es 50%, die nach Nord-, Mittel- und Südamerika, Indien, Australien, Afrika und sogar nach Deutschland verschifft wurden.

Der Stern des schottischen Bieres begann mit der zunehmenden Popularität des Porters ab dem frühen 19. Jahrhundert zu sinken. Englische Brauer wurden von Brauereien in Edinburgh engagiert, um mit dem weichen Wasser aus dessen Brunnen Porter und Stout zu brauen, wodurch sich diese Bierstile auch in Schottland selbst etablierten. Der Erfolg des von Hodgson begründeten und von den Brauern in Burton professionalisieren India Pale Ale zwangen ihre Kollegen im Norden, nachzuziehen. Also modernisierten sie ihre Mälzereien, die dank eines neuen Designs und der Verwendung von Koks als rauchfreiem Brennstoff nun helleres Malz herstellen konnten. Außerdem importierten sie Hopfen aus Kent und vergoren ihre Biere bei höheren Temperaturen, was ihnen ein intensiveres Aroma verlieh. Doch am wichtigsten war der Grundstoff, der auch in Burton zum Erfolg geführt hatte: Hartes Wasser. Besonders in Edinburg und Alloa gab es Brunnen, die bisher wegen ihres „unbrauchbaren“ Wassers verschmäht worden waren, nun aber den perfekten Rohstoff für India Pale Ales lieferten. Um 1880 exportierten die Schotten mehr India Pale Ale und Export Stout als Scotch Ale.

Das Aufkommen des Lagerbieres und die beiden Weltkriege brachten die schottische Bierwirtschaft in eine lange anhaltende Krise, die erst endete, als die in Schottland stationierten amerikanischen Soldaten Geschmack an den heimischen Bieren fanden. Als Folge davon füllten fast alle schottischen Brauereien in die bei den GIs beliebten und leichter transportierbaren Dosen ab. Nur Belhaven und Maclays hielten an den Glasflaschen fest. Dennoch hielt der Schrumpfungsprozess an, 1991 gab es nur noch sechs Brauereien in Schottland. Die Real Ale Bewegung sorgte allerdings mittlerweile für ein Revival der historischen Bierstile. In den Pubs Schottlands erhalten Sie wieder wie früher 60, 70 und 80 Shilling-Biere. Und natürlich sind inzwischen auch viele neue Craft-Brauereien entstanden, die sich teils auch des Scotch Ale, vor allem mit dem im Mittelalter üblichen Rauchcharakter, annehmen.

Autor: Markus Raupach

Fotograf, Journalist, Bier- und Edelbrandsommelier

Ausgezeichnet mit der Goldenen Bieridee 2015

copyright © Bier-Deluxe GmbH

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